wissenschaftlicher NameMeles meles
OrdnungRaubtiere ( Carnivora )
ÜbefamilieHundeartige ( Canoidea )
FamilieMarder ( Mustelidae )
UnterfamilieDachse ( Melinae )
GattungMeles
ArtDachs
 
Der Dachs ist in ganz Europa verbreitet. Er kommt im Alpenraum bis in Höhen von 2.000 Meter vor, besiedelt aber genauso die Vorgärten der Großstädte. Laubmischwälder des Flach- und Hügellandes sind optimale Lebensräume. Dachse meiden eher große, zusammenhängende Waldkomplexe; sie bevorzugen vor allem Waldrandzonen, da sie ihe Nahrung sehr häufig auf offenen Wiesen und Feldern suchen. Wichtig für den Dachs ist die Möglichkeit, trockene Baue anzulegen. Südexponierte Talhänge mit tiefgründigen Böden eignen sich dafür gut. Im Alpenraum dürfte das Nahrungsangebot ein begrenzende Faktor sein.

Mit einem Gewicht von bis zu 15 kg zählt der Dachs zu den schwersten Vetretern der Maderartigen. Der massige Körper auf den kräftigen kurzen Branten wirkt gedrungen und plump und ist hinten breiter als vorn. Rücken und Flanken sind silbergrau, Unterseite und Beine schwarz. Von der Nase ziehen sich über die Seher zwei schwarze Streifen übder den sonst weißen Kopf bis zu den Gehören. An den Branten sitzen fünf Zehen mit vor allem an den vorderbranten langen Krallen, die zum Graben eingesetzt werden. Der Schädel älterrer Dachse weist einen ganz charakteristischen Knochenkamm auf, den sogenannten Dachshelm. Unter dem kurzen Bürzel ( 10 – 20 cm ) sitzt eine quergestellte Drüsentasche, deren stark riechendes flüssiges Sekret zum Markieren dient.

Dachse leben in Gruppen von mehreren Tieren und besetzen je nach Bestandsdichte Reviefre unterschiedlicher Größe. Im Alpenraum bestehen solche Familien aus höchstens 3 – 4 erwachsenen Tieren und ebenso vielen Jungen. In England gibt es Gruppen mit bis zu 30 Tieren. Dachse sind nachtaktiv und benutzen im Alpenraum über das Jahr verschieden Baue. Vor allem im Sommer werden diese Baue alle paar Tage gewechselt, im Winter werden nur ein oder zwei Baue bevorzugt. Zum Herbs hin legen Dachse erhebliche Fettreserven an und können mehr als das doppelte des Sommergewichtes erreichen. Bei ungünstiger Witterung ( Schnee und Frost ) halten Dachse Winterruhe und nehmen keinerlei Nahrung auf. Dabei handelt es sich aber um keinen echten Winterschlaf, denn der Dachs kann jederzeit aktiv werden und verläßt bei günstiger Witterung den Bau auch im Winter. Hauptbaue können bis zu 20 Eingänge aufweisen. Besonders im Herbst wird viel Polstermaterial ( Farnkraut, getrocknetes Gras u.ä. ) aus der Bauumgebung eingetragen; im frühjahr wird der Kessel gereinigt und altes Polstermaterial ausgeworfen.

Der Dachs ist eher ein Sammler, denn ein Jäger. Pflanzliche Nahrung überwieg in der Dachsnahrung. Mais und Hafer zählen neben Früchten, Pilzen und Beeren, Bucheckern oder Eicheln zu den beliebten Nahrungspflanzen. Besondere Bedeutung komt auch regenwürmern zu, daneben werden aber ebenso Amphibien, Schnecken, Insekten sowie Kleinsäuger und sogar Fallwild aufgenommen.

Paarungen bei Dachsen sind in Mitteleuropa von Jänner bis Oktober beobachtet worden. Die Wurfzeit liegt meist im Februar/März. Eine erneute Befruchtung der Dächsin gleich nach dem Werfen ist möglich. Beim Dachs kommt eine verlängerte Tragzeit mit Keimruhe vor. Meist werden 2 – 3 Jungdachse geboren. Als Nesthocker sind sie blind und haben ein dünnes, weißes Haarkleid und einen rosaroten Nasenspiegel. Die Säugezeit beträgt mindestens 3 Monate. Nach etwa 2 Monaten erscheinen die Jungen erstmals außerhalb des Baues, ab der 10. Woche wird zusätzliche Nahrung aufgenommen. Mit rund 5 Monaten erfolgt die Nahrungsbeschaffung selbstständig. Jungtiere sind mit gut einem Jahr ausgewachsen und werden im Laufe des 2. Lebensjahres geschlechtsreif.
Bei der häufiger zu beobachtenden Ranz im Juli/August ist davon auszugehen, daß es vor allem zu Paarung mit vorjährigen Dächsinnen kommt.

Die Lebenserwartung für einen Dachs liegt je nach Gebiet zwischen 2 un 5 Jahren. Dächsinnen werde im Durchschnitt älter als Dachse. Einzelne Tiere könnnen bis ber 10 Jahre alt werden.
Jungdachse sind deutlich silbrig grau, im zweiten Herbst dunkelgrau. Alte Dachse tendieren zu heller Graufärbung. Aus der Abnutzung der Zähne kann ungefähr das Alter abgeschätzt werden. Ab dem 2. Lebensjahr ist der Dachshelm stark ausgebildet; er erreicht individuell aber sehr unterschiedliche Höhen und kann deswegen zu einer Altersbetimmung nur sehr bedingt herangezogen werden.

Neben den Bauen und der unverkennbaren Dachsspur mit den 5 Zehen und den Abdrücken der langen Krallen – oft auch nur deren Spitzen als 5 Punkte – ist die Art der Losungsabgabe typisch. Dachse graben kleine Mulden ( Dachsabtritt oder –abort ), in denen sie ihre Losnung absetzen; diese Mulden bleiben offen. Am befahrenen Dachsbau befindet sich im frischen Erdauswurf eine Rinne, beim Fuchs fehlt diese.