wissenschaftlicher NameVulpes vulpes
OrdnungRaubtiere ( Carnivora )
ÜberfamilieHundeartige ( Canoidea )
FamilieHunde ( Canidea )
Tribusechte Füchse ( Vulpini )
GattungVulpes
ArtRotfuchs
 
Von allen wildlebenden Raubtieren haben Rotfüchse das größte geographische Verbreitungsgebiet: In Nordamerika kommen sie von den Aleuten bis Neufundland vor mit Ausnahme von Arizona, Süd-Florida und einem Streifen von Alberta bis Mexiko. Rotfüchse besiedeln Eurasien von Irland bis zum Beringmeer. In Nordamerika leben Rotfüchse nördlich des Polarkreises, an der Küste von Texas in fast tropischen Gebieten.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auch in Australien Rotfüchse aus England importiert. Heute ist ganz Australien bis auf das Northern Territory und die nördlichen Teile von Queensland von Füchsen besiedelt.
In Mitteleuropa ist der Rotfuchs der einzige Vertreter der Füchse und daher meistens als „der Fuchs“ schlechthin bekannt. Es gibt derzeit kein Wirbeltier in Mitteleuropa, das eine derartige flächendeckende Verbreitung hat wie der Rotfuchs.
Der Rotfuchs ist ein Meister der Anpassung. Er kommt in Städten und in Niederungen genauso vor, wie im Bergland bis weit über die Waldgrenze hinauf. Rotfüchse besiedeln so gut wie alle Lebensräume von der Au bis ins Gebirge.
Als Nahrungsopportunist und Kulturfolger stellt der Rotfuchs einerseits keine besonderen Anforderungen an seinen Lebensraum, andererseits kommt er mit Veränderungen desselben gut zurecht.
Der Rotfuchs ist kein typischer Baubewohner. Er markiert sie aber das ganze Jahr über. Von Oktober an nimmt die Zahl der markierten Baue zu; im Dezember werden die meisten Baue von Rüden auf der suche nach Fähen kuz inspiziert und markiert. Im Jänner konzentriert sich die Aktivität auf die sogenannten Ranzbaue, in denen sich oft ganze Hochzeitgesellschaften einfinden. Spätestens im März besetzen die Fähen die Wurfbaue. Der Wurfkessel wird nicht ausgepolstert.
Der Rotfuchs gehört zu den Hundeartigen. Sein äußerst wendiger, schlanker Körper, mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 80 – 90 cm, sitzt auf eher niedrigen Läufen. Dies befähigt ihn einerseits zu schnellem Lauf, andererseits zu geducktem Anbirschen. Baue und Verstecke kann der schlanke Rotfuchs besser nutzen als gößere Raubsäuger und aufgrund seiner schmalen, spitzen Kopfform kann er erstaunlich enge Stellen passieren. Die bis zu 50 cm lange, buschige Lunte ( Schwanz ) dient zum Ausbalancieren, hat aber auch Bedeutung für die innerartliche Verständigung. Rotfüchse erreichen ein Gewicht bis zu 8 kg ( Rüden ) bzw. 6 kg ( Fähen ) und eine Widerristhöhe von 35 – 45 cm.
Beim Rotfuchs gibt es viele Varianten in der Färbung und Zeichnung des Balges ( Fell ). In der Regel ist das Fell oberseits rötlich, unterseits weiß; der Farbton variiert je nach Verbreitungsgebiet oberseits zwischen rötlichgelb und tiefrotbraun und unterseits zwischen rein weiß und schiefergrau. Die Vorderseite der Branten ( Füße ) und die Hinterseite der Gehöre ( Ohren ) sind tiefschwarz.
Das Haarkleid des Birkfuchses ist heller und eher gelbrot, sein Bauch ist grauweiß, Kehle und Luntenspritze reinweiß. Beim Kohl-oder Brandfuchs erhält der Balg durch einen hohen Anteil schwarzer Granten ( Haare ) einen braunroten bis dunkelbraunroten Ton, Unterseite sowie Kehle und Luntenspitze sind grau bis schwärzlich; beim Brandfuchs ist zusätzlich der Schulterbereich schwarz. Der Kreuzfuchs hat ähnlich dem Kohlfuchs ein dunkleres Haarkleid, das sich jedoch nur längs über den Rücken und quer zur Schulter zieht, womit eine kreuzförmige Zeichnung entsteht.
Obwohl sie verschiedenen Familien angehören, haben Rotfüchse und Katzen aufgrund der gemeinsamen Spezialisierung auf kleine Nagetiere als Beutetiere im Laufe der Evolution eine ähnliche Entwicklung durchgemacht. So klettert der Rotfuchs wesentlich besser als andere Hundeartige und zeigt mit seinem langsamen Anschleichen und dem Mäusesprung ein ähnliches Jagdverhalten wie Katzen. Seine Pupillenschlitze sind senkrecht und die Krallen teilweise einziehbar.
Der Rotfuchs hat ein "Multifunktionsgebiss" mit der Zahnformel 3-1-4-2 | 3-1-4-3, also in Summe 42 Zähne.

Geruchsmarken spielen für den Informationsaustausch eine bedeutende Rolle. Oberseits der Lunte, nahe der Schwanzwurzel, befindet sich eine Drüse, die Viole, deren Sekret veilchenartig duftet; ihre Funktionsweise ist bis heute noch nicht gänzlich geklärt. Es gibt jedoch eindeutige Hinweise, daß die Viole im Zusammenhang mit der Fortpflanzung eine Rolle spielt. Die Drüse schwillt im Winter an, und der Rüde bewindet und beleckt diese Stelle der Fähe zur Ranz immer wieder.
Rotfüchse sind dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger, die feste Territorien besetzen. In der Regel besetzen Rofüchse paarweise ein gemeinsames Streifgebiet, doch scheinen sie nur sehr lockere Beziehungen aufrechtzuerhalten.
Wo aufgrund Platzmangels, bzw. großen Nahrungsangebotes viele Rotfüchse zusammenleben, können Familiengruppen entstehen. Diese Familiengruppen sind in einem gemeinsamen Territorium unterwegs, welches sie gegen fremde Artgenossen verteidigen. Zu einer solchen Gruppe gehören meist ein Rüde und eine Fähe, die sich fortpflanzen, sowie weitere erwachsene Füchse, oft Schwestern und Töchter der sich fortpflanzenden Fähe. Jungrüden wandern nach dem Selbstständigwerden oft über große Entfernungen in neue Gebiete.
Der Rotfuchs kann als relativ anspruchsloser Allesfresser bezeichnet werden. Als Nahrungsopportunist stellt er seine Ernährung bei Bestandsschwankungen der Beutetiere kurzfristig um und nimmt generell mit dem Vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet. Die Nahrungszusammensetzung ist somit lokal stark unterschiedlich. Die Feldmaus ist aber in weiten Bereichen das wichtigste Beutetier. Sie ist tags und nachts sowie das ganze Jahr über verfügbar. Auf Feldmäuse umgerechnet, beträgt der tägliche Nahrungsbedarf ca. 15 bis 20 Mäuse.
Daneben zählen Obst, Beeren, Insekten, Regenwürmer (aufgrund ihres Fett- und Proteingehaltes eine energiereiche Nahrung ), Schnecken und Aas zum Nahrungsspektrum des Rotfuchses. Aber auch Junghasen, Kaninchen, alle Bodenbrüter, Hausgeflügel ( werden vor allem in der Jungenaufzuchtszeit erbeutet, da die Fuchsfamilie in dieser Zeit einen hohen Nahrungsbedarf hat und 1 kg Huhn etwa so ergiebig ist wie 50 Feldmäuse ) und Rehkitze verschmät er nicht.
Im Gegensatz zu anderen – rudelbildenden – Hundeartigen legen Rotfüchse bei kurzfristigem Überangebot auch Vorräte an. Hierzu wird in lockerem Boden ein etwa 10 cm tiefes Loch gegraben, die Nahrung hineingelegt und anschließend das Loch mit Erde und gegebenenfalls mit Laub wieder der Umgebung angeglichen. Das spätere Aufsuchen des Verstecks erfolgt über den Geruchssinn.
Bereits mit 9 – 10 Monaten ist der Rotfuchs geschlechtsreif. Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der so genannten Ranzzeit. Rüden finden die Fähe über Duftstoffe, die von der Fähe über den Harn und die Viole abgegeben werden. Eine hitzige Fähe kann mehrere Rüden anlocken, die dann ihr Streifgebiet verlassen. Die Ranzzeit erstreckt sich, laut Literatur, von Ende Dezember bis Mitte Februar. Erfahrungsgenmäß beginnt sie, regional abhängig, aber schon mit Anfang Dezember und dauert oftmals bis in den März hinein. In dieser Zeit ist der Rüde durchgehend befruchtungsfähig, die Fähe hingegen nur 2-3 Tage gegen Ende der Ranzzeit; daher folgt der Rüde über einen längeren Zeitraum einer auserwählten Fähe, um ihr Abwehrverhalten genau zu diesem Zeitpunkt überwinden zu können. Mehrere Begattungen erhöhen den Erfolg der Befruchtung; je nach Sozialstruktur der Fuchspopulation paart sich der Rüde auch noch mit anderen Fähen bzw. die Fähen mit mehreren Rüden. Daher kann ein Geheck Jungfüchse durchwegs verschiedene Väter haben. Zwischen den Rüden kann es in der Ranzzeit zu heftigen Auseinandersetzungen kommen.
Wie bei der Paarung aller Hundeartigen hängen Rüde und Fähe etwa eine halbe Stunde.
Rund 50 Tage nach der Paarung wölft die Fähe rund 4 -6 ca. 80 – 160 Gramm schwere Welpen, die Nesthocker sind, blind zur Welt kommen, ein wolliges, graubraunes Haarkleid tragen und anfangs ihre Körpertemperatur nicht selber regeln können. Sie sind daher von der Betreuung der Fähe abhängig. Beobachtungen haben, entgegen früherer Meinung, bestätigt, dass Rüden bei der Versorgung der Fuchswelpen mithelfen, ja sogar für fremde verwaiste Welpen sorgen, sie füttern und auch bei Bedarf außer Gefahr bringen. Auch die Unterstützung der Mutter durch eine zweite, untergeordnete Fähe ist möglich.
Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen erstmals ihre anfangs noch bläulichen Augen. Sie werden 4 bis 6 Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf etwa eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt hat bereits ein Fellwechsel stattgefunden; die Jungfüchse haben nun die fuchstypische rötliche Farbe. Im Alter von etwa 25 Tagen entwickeln sie eine Hierarchie untereinander.
Gegen Ende Mai, Anfang Juni ziehen die meisten Rotfuchsfamilien in die Kulturlandschaft ins Feld. Im August unternehmen die Jungfüchse erste Streifzüge alleine. Insbesondere die Rüden verlassen im Zeitraum September bis November das elterliche Revier, während die Fähen manchmal bei den Eltern bleiben und im nächsten Jahr bei der Aufzucht der Jungtiere der Eltern mithelfen. Hier gibt es starke Unterschiede in Abhängigkeit vom Aufbau der Sozialstruktur der lokalen Fuchspopulation.
Schon von weitem ist die Fuchsspur unverkennbar: ein schnürender Fuchs setzt einen Tritt in den anderen, wodurch die Tritte wie auf einer Perlschnur aufgefädelt erscheinen ( Abstand ca. 30 cm ). Im Galopp sind die einzelnen Trittsiegel schräg versetzt. Die Fluchtspur sieht anders aus, stets werden aber die Hinterbranten vor die vorderen gesetzt.
Beim Abdruck des Einzeltritts reichen, im Gegensatz zu Hund, die zwei Außenzehen nicht über den hinteren Rand der zwei Mittelzehen hinaus.