Warum Prädatorenbejagung?

In unseren urbanisierten Zeiten, in denen Strom aus der Steckdose, Geld aus dem Automaten und Fleisch aus der Kühltruhe kommt, fehlt immer mehr Menschen der Zugang zum Thema Natur. Wenn überhaupt, dann ist er nicht selten durch ein wild-romantisches Bild überlagert, dass uns schon in der frühen Kindheit vermittelt wird - Stichwort "Bambi".

Aber auch wenn man sich strikt dagegen ausspricht Tiere zu essen und daher die Jagd für sich persönlich ablehnt, besteht dann nicht auch in diesem Fall, wenn man sich gegenüber ehrlich ist, eine objektive Notwendigkeit für die Jagd? Verdient sich das, was wir heute als Natur bezeichnen, diesen Namen überhaupt noch? Ist es nicht so, dass wir eher von einer, von Menschenhand geschaffenen, Kulturlandschaft sprechen müssen?

Uns Jägern geht es schon lange nicht mehr um den, uns immer wieder gerne vorgeworfenen, Beuteneid. Wir haben schon lange erkannt, dass es sich hier um eine wesentlich weiterreichende Verantwortung für uns handelt!

Zugegeben, wenn wir uns den Forderungen von Jagdgegnern und Tierrechtlern beugen und uns zurücklehnen würden, würde nicht das ganze Ökosystem in sich zusammenbrechen, wohl aber einige heimische Arten schlichtweg verschwinden und auch sonst negative Auswirkungen in Flora und Fauna spürbar werden.
Die viel und oft zitierte Selbstregulation des Wildbestandes gibt es einfach so nicht mehr. Die durch Land-, Forst-, aber auch die Freizeitwirtschaft veränderten Lebensräume unseres Wildes hat dazu geführt, dass gerade die Prädatoren Lebensbedingungen erfahren, die ihnen gegenüber ihren Beutetieren immense Vorteile verschaffen und so überhaupt erst ihre Ausbreitung in hohen Dichten ermöglichten.
Man kann so im Umkehrschluss auch eine Verantwortung des Menschen für den Erhalt derjenigen Arten herleiten, die eben hieraus Nachteile erfahren.